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Mein Interview mit Puja Diana Richardson

Puja Richardson
 

Heute möchte ich mein Interview mit meiner Tantra-Lehrerin Puja Diana Richardson mit dir teilen. Ich habe sie anlässlich des SEX, SPIRIT & BIRTH Online Kongresses im Februar 2016 interviewt. Es war das einzige Interview auf Englisch, die anderen 29 Interviews waren auf Deutsch. Unten findest du daher eine deutsche Fassung des Interviews.

Puja und ihr Mann Raja sind wunderbare Lehrer einer bewussten, achtsamen Art des Liebemachens, die die eigene Sensitivität und Körperwahrnehmung erhöht, die Entspannung fördert, den eigenen sinnlichen Raum erweitern hilft und dadurch auch wunderbar als Vorbereitung auf eine sinnliche Geburt geeignet ist.

Die grundlegenden tantrischen Prinzipien unterstützen den gesamten Entspannungsprozess, der bei einer Geburt erforderlich ist.

Puja praktizierte und lehrte während mehr als 20 Jahren ganzheitliche Massage & strukturelle Körperarbeit. 1979 wurde sie Schülerin des indischen Mystikers Osho. Ihr Interesse für Sex, Heilung und Meditation führte sie zu einer intensiven Erforschung und zu einer einzigartigen Form von Tantra, die sie 1993 erstmals präsentierte. Seither leitet sie “Making Love Retreats” für Paare, gemeinsam mit ihrem Partner Raja Michael Richardson. Sie ist Autorin mehrere Bücher, u.a. “Zeit für Liebe”, “Zeit für Weiblichkeit” und “Zeit für Männlichkeit”.

 

 

Das Wort ‚Tantra’ ist ein altes Sanskrit Word und bedeutet Ausdehnung, Ausdehnung des Bewusstseins, Ausdehnung von Energie. Das gegenwärtige Verständnis von Sex in unserer Gesellschaft hat viel mit Druck zu tun, mit dem Erhöhen der Anspannung, während man im Tantra der Energie erlaubt, im Körper aufzusteigen und dies geschieht durch Entspannung. Wenn wir lernen wie wir uns beim Sex entspannen, erleben wir eine große innere Ausdehnung im Körper. Im gewöhnlichen Sex wird die Vitalität mit dem Orgasmus aus dem Körper gedrängt. Wenn wir lernen, uns zu entspannen und keinen Orgasmus als Ziel haben, dann können wir damit beginnen, Energie aufzunehmen und uns gleichzeitig mit dieser Energie auszudehnen.

In unserer Gesellschaft gibt es ein grundlegendes Missverständnis im Bezug auf Sex. Wir glauben, dass gewöhnlicher Sex (ein Ziel erreichen, Erregung, Druck) die einzige Möglichkeit ist. Wir glauben, dass etwas passieren und dass man unbedingt einen Orgasmus haben muss. Beim Tantra, wenn man damit beginnt, die Energie im Körper zu lassen, fühlt sich das wie ein innerer Orgasmus an und die Energie dehnt sich innen aus. Viele Frauen haben Probleme damit, stark genug erregt zu sein und so viel Spannung aufzubauen, dass sie zum Höhepunkt kommen – und dann denken sie, etwas wäre nicht in Ordnung mit ihnen. Es ist sehr traurig, dass wir einem Ideal von Sex hinterherjagen, das wirklich nicht die einzige Möglichkeit und auf lange Sicht nicht gut für unseren Körper ist.

Wenn wir ein Ziel verfolgen, ist unsere Aufmerksamkeit dem aktuellen Moment immer ein Stückchen voraus. Wir verfolgen ein Ziel in der Zukunft und damit verpassen wir den gegenwärtigen Moment, weil wir versuchen etwas zu erreichen. Wenn man kein Ziel hat, kann man sich dem jeweiligen Moment völlig hingeben, mit seinem Körper sein und herausfinden, wo der eigene Körper und nicht dahin wo der Verstand einen hinführen möchte. Dieses Verankerung im eigenen Körper, das Hören und Vertrauen auf den eigenen Körper, gibt Frauen und Männern ein ganz neues Gefühl und wir beginnen mehr Bewusstheit und Verbindung mit unserem inneren Gewebe aufzunehmen. Wenn wir unseren Körper unter Druck setzen sind wir normalerweise etwas außerhalb unseres Körpers – wenn wir uns auf die hier beschriebene Art mit unserem Gewebe vereinigen, verbinden wir uns mit uns selbst auf einer sehr feinen, sensitiven Ebene.

Diese Verbindung zu unserem Körper, die den meisten von uns fehlt, ist das, was grundlegend in unserer Gesellschaft und unserer Ausbildung fehlt. Wir haben weder gelernt, noch wurden wir dazu angeregt unser Gewebe zu fühlen, was zu Probleme im alltäglichen Leben, beim Sex und auch bei gebärenden Frauen führt. Wenn es uns nicht möglich ist, nach Innen zu fühlen und uns auf einer zellulären Ebene zu öffnen, erschwert das natürlich den Geburtsprozess. Die grundlegenden tantrischen Prinzipien unterstützen den gesamten Entspannungsprozess, der bei einer Geburt erforderlich ist.

Der Körper atmet, wir müssen das nicht tun, aber wenn wir unsere Aufmerksamkeit hinter den Atem bringen und wirklich in das Atmen “hinein gehen”, geschieht eine große Ausdehnung und eine wichtige Verbindung zwischen Verstand und Körper wird hergestellt. Wir alle haben eine verstandesmäßige Vorstellung vom Atmen, den wir auch mit dem Verstand verfolgen können, aber wir werden Atem, indem wir unsere Achtsamkeit darauf lenken. Wenn wir mit dem Atem und “in Ihm” sind, sind wir auch wirklich im gegenwärtigen Moment. Wir sind raus aus dem Verstand und im Körper. Es dauert ein wenig, bis Menschen verstanden haben, wie wichtig der Atem in Bezug auf unser Körperverständnis ist.

Mit dem Atem wird auch das innere Gewebe massiert und das führt zu mehr Vitalität und Gewahrsein. Es ist hilft dabei, sich mit sich selbst auf der Ebene des Gewebes zu verbinden. Ein Schlüssel ist, den Atem nach unten zu führen, durch das Zwerchfell, den Bauch und bis in den Genitalbereich der dadurch auf eine ganz natürliche Weise massiert wird. Das alleine schon kann eine sehr sinnliche und köstliche Erfahrung sein.

Wenn die Menschen nur die Art und Weise, wie sie während des Sex atmen veränderten, würden sich viele Dinge automatisch verändern, da tiefes Atmen Bewusstheit in den gegenwärtigen Moment bringt.

Der energetische Unterschied zwischen Mann und Frau:
Wir neigen dazu, davon auszugehen, dass Männer und Frauen gleich sind. Unsere Genitalien sind zwar verschieden, aber grundlegend sind wir doch gleich. Die Natur hat es jedoch so gestaltet, dass wir gleiche, aber gegensätzliche Kräfte sind und wir uns dadurch ergänzen können.

Wir können uns das so vorstellen, dass der Körper einem Magneten gleicht, mit einem Plus- und einem Minuspol. Der Pluspol ist derjenige, der die Energie erzeugt, der Minuspol nimmt die Energie auf. Das bedeutet zweierlei: wir können in uns als Individuen Energie, sexuelle Energie und Vitalität zwischen diesen beiden Polen zirkulieren lassen. Diese zwei Pole sind Herz/Brüste bzw. Brustraum und unsere Genitalien.

Diese Pole sind bei Frauen und Männer unterschiedlich. Sie sind gleich und gleichzeitig gegensätzlich. Bei Männern ist der energieerzeugende Pol (der “Pluspol”) in den Genitalien – deshalb sind Männer so schnell bereit, Sex zu haben. Für Frauen sind die Genitalien der empfangende Pol. Einer gibt, der andere nimmt.

Bei Frauen ist der energieerzeugende Pol nicht in den Genitalien, sondern in den Brüsten, in ihrem Herzen. Frauen wissen meist, dass ihre Brüste für ihr sexuelles Erwachen und ihr sexuelles Öffnen sehr wichtig sind. Unsere Gesellschaft hingegen ist zu sehr auf den Orgasmus und die Klitoris fokussiert. Gewöhnlicher Weise konzentrieren sich Frauen deshalb auf ihren empfangenden Pol und versuchen durch die Klitoris Erregung zu erzeugen, aber das führt nicht zu einem sexuellen Erwachen und wir Frauen wissen das eigentlich. Wenn sich Frauen auf eine vollständige und tiefe Art und Weise öffnen möchten, sind die Brüste wichtiger als die Vagina und die Klitoris.

Wenn Frauen beginnen ihre Brüste von innen zu fühlen, werden sie bemerken, wie ihr Körper lebendig wird und nach einer Zeit beginnt die Vagina zu antworten, was sich oft darin manifestiert, dass das Verlangen danach entsteht, den Mann in sich zu spüren. Der Unterschied besteht also darin, dass die Energie von Frauen über ihre Brüste erzeugt wird und dass das eine gewisse Zeit braucht, was uns oft nicht sonderlich erfreut, weil der Rhythmus des Mannes so viel schneller ist.

Deshalb ist es wichtig zu verstehen, dass wir gleich sind, aber unterschiedlich und das wir uns ergänzen müssen. Und dass wir die weibliche Energie über die Brüste erzeugen und uns Zeit nehmen müssen. Das bringt mehr Bewusstheit ins weibliche Gewebe, vor allem im Genitalbereich und erhöht auch die Möglichkeit das Gewebe zu öffnen und sich in dieses hinein zu entspannen, was ideal für den Geburtsprozess ist.

Man könnte sagen, wir sind gleich, aber wie umgedrehte Magneten. Der empfangende Pol des Mannes ist der Brustbereich und das Herz. Das ist das Design der Natur und ist im Tantra schon seit mehr als 10.000 Jahren bekannt, wurde in unseren Breitengraden aber erst durch Chromosomenstudien verifiziert.

Männer und Frauen tragen beide Anteile in sich. Männer haben weibliche Anteile und Frauen männliche Anteile in sich. Das grundlegende Anerkennen dieses magnetischen Verständnisses führt zu einer Veränderung unserer sexuellen Erfahrung. Männer müssen mitfühlender sein und verstehen, dass Frauen Sex mögen, dass sie nicht frigide sind, nicht immer Nein sagen, dass sie nur mehr Zeit zum Kuscheln, zum Beieinanderliegen, zum Fühlen ihrer Brüste brauchen. Männer können Frauen dabei unterstützen, indem sie ihre Brüste berühren – nicht stimulieren, denn das führt in eine andere Richtung. Halten, lieben, damit Frauen in diesen Bereich ihres Körpers eintauchen können. Diese innere Sensitivität und das Weiten und Öffnen des Gewebes verändert die gesamte Perspektive und das Fühlen.

Um sexuelle Energie zu fühlen, ist es für Frauen wichtig sich zu entspannen und sich auf Entspannung zu fokussieren und nicht darauf, etwas zu tun. Es geht darum, sich für sich selbst zu öffnen und sich dafür zu öffnen, was sie fühlt. Oftmals ist es so, dass Frauen und speziell junge Mütter, multitasken und viele Dinge gleichzeitig machen. Es kommt dann vor, dass unsere Aufmerksamkeit überall ist und die Idee sich zu entspannen und uns auf unseren Körper zu konzentrieren, wirkt wie Lichtjahre entfernt. Aber wenn wir genau das machen, entdecken wir, dass in unserem Körper tatsächlich was vor sich geht.

Wir haben das Gefühl geil sein zu müssen um Sex haben zu können. Das was wir in Zeitschriften erfahren darüber wie wir uns fühlen und was wir zu tun haben, erzeugt ein Desaster. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass wir nicht geil sein müssen um Sex haben zu können. Es ist bedeutender zu verstehen, dass der Körper immer bereit ist, wenn wir auf eine entspannte Art Liebe machen. Wir müssen die Idee hinter uns lassen, dass wir geil sein müssen um Sex haben zu können.

Um einen tieferen, erfüllenderen Sex haben zu können, müssen wir uns entspannen, Raum und Zeit geben und verstehen, dass Frauen mehr Zeit brauchen. Dieses erfordert es von Männern geduldig zu sein, denn letztendlich, wenn es Männern gelingt Frauen auf dieser tiefen Ebene zu berühren, erhalten sie von Frauen eine Art von Liebe zurück, die mit nichts zu vergleichen ist. Männer können dazu viel beitragen, aber sie wissen oft nicht, wie sie Frauen mehr Zeit geben können. Auch Frauen müssen sich darüber bewusst werden, wie wichtig es uns ist Männer zu befriedigen und wie oft wir uns nach seinem Timing richten. Müssen wir Angst haben zu sagen, dass wir noch ein bisschen Zeit brauchen?

Die Art und Weise Sex zu haben zu verändern, zieht viele weitere Aspekte nach sich, die unbewusst in uns ablaufen, während wir Sex haben: den Mann zu befriedigen, sich seinem Timing unterzuordnen, einen Orgasmus zu wollen, einen Orgasmus vor ihm zu wollen, einen Orgasmus zeitgleich zu wollen. Es gibt viel Druck beim Sex, welcher eben auf diesem Missverständnis beruht, aber kein Muss ist.

In der Kommunikation hängt vieles davon ab, wie wir es sagen, ob wir bezüglich eines Themas eine Vorgeschichte haben bzw. ob es dazu viel Anspannung und Druck gibt. Wenn wir etwas sagen, kann dieses sehr geladen und auch verletzend sein. Es macht einen großen Unterschied wirklich aus dem Moment zu sprechen, ohne Subtext. Es ist schwierig, aber wenn man kommunizieren will und nicht einfach im Anderen eine Reaktion oder Widerstand hervorrufen will, ist es erforderlich, aus dem Herzen zu kommunizieren. Wenn jemand wirklich aus dem Herzen spricht, während dem Sex, wie im Geburtsprozess, dann ist das verbindend. Wenn man aus dem Herzen spricht, dann kommt das beim Herzen des Gegenübers an. Mit Phrasen wie „immer und niemals“ und einer gewissen Schärfe wird die Kommunikation nicht so gut gelingen. Es erfordert außerdem Übung.

Wenn wir den Mann zu schnell in uns Eindringen lassen, beginnt es oft mit einer kleinen negativen Reaktion in uns oder mit Groll, die später wieder auftauchen. Es geht darum den eigenen Körper zu ehren und auch die Liebe und dadurch lernen Männer über Frauen und auch, dass sie verschieden sind.

Wir tendieren dazu zu denken, dass Empfänglichkeit gleichzusetzen ist mit Passivität, dass wir nichts tun, aber das stimmt nicht, weil wir ganz gegenwärtig sind, im Körper, mit unserer Aufmerksamkeit und das erzeugt die Aufnahmefähigkeit in unserem Körper. Es kommt sehr häufig vor, dass wenn wir über Frauen und Empfänglichkeit sprechen, dass dieses mit einfach daliegen gleichgesetzt wird. Es ist deshalb wichtig für Frauen zu verstehen, dass Aufnahmefähigkeit eine Kraft, eine Macht ist, von der sich Männer angezogen fühlen. Wenn die Vagina einladend und bereit ist, hat die Vagina die Möglichkeit die Energie wirklich aufzunehmen.

In der Differenzierung des Gefühls nur dazuliegen, weil zu viel Anspannung und Druck im Körper ist und so loszulassen um wirklich aufnahmefähig zu sein, ist es wichtig zu erkennen, dass dieses keine passive Angelegenheit ist, sie ist vielmehr sehr aktiv. Es ist eine Mischung daraus, im Inneren etwas zu tun und gleichzeitig etwas geschehen zu lassen. Das ist vergleichbar mit dem Zustand des Seins und dem Zulassen, dass sich etwas entfalten kann. Für den Geburtsprozess, ist die Fähigkeit durch den Körper zu gehen und Druck und Anspannung wahrzunehmen, zu entspannen und sich mehr ins Gewebe zu entspannen, sehr hilfreich. Anspannung zu identifizieren ist der erste Schritt, manchmal braucht es auch eine Weile um zu erkennen, wie viel Anspannung im eigenen Körper vorhanden ist.

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist der Beckenboden sehr angespannt und uns fällt diese Anspannung in unseren Körpern nicht wirklich auf. Sowohl Frauen als auch Männer haben den Anspruch einen flachen Bauch zu haben, deshalb spannen wir diesen an, was bedeutet, dass wir die Energie, die Aufmerksamkeit und die Achtsamkeit nicht wirklich in unseren Körper lassen. Deshalb rate ich Menschen dazu, ihren Körper mehrmals am Tag zu scannen und herauszufinden, wo sie angespannt sind. Wenn z. B. der Kiefer entspannt ist, hat das Auswirkungen auf die Genitalien. Der Körper ist eine Einheit, eine leichte Entspannung oder Veränderung hier, hat Auswirkungen woanders. Entspannung ist ein sehr hilfreiches Mittel.

Hebammen lernen viel über die Anspannung des Beckenbodens, durch z. B. die Kegelübungen, aber nicht viel über die Entspannung des Beckenbodens. Zu viel Anspannung ist ungesund. Frauen bekommen Infektionen und Entzündungen, weil die Anspannung nicht mit Entspannung balanciert ist. Anspannung hilft dem Gewebe nicht, der Fokus liegt auf dem Tonus des Gewebes, welcher durch den Ausgleich von Anspannung und Entspannung beeinflusst werden kann.

Puja rät zu folgender Übung: Stufenweises Anspannen durch Einatmen und dabei bis 5 zählen. Damit ist es kein unbewusstes Anspannen, sondern ein sehr bewusster Prozess und dann ein ebenfalls bewusster Entspannungsprozess beim Ausatmen, bei dem ebenfalls bis 5 gezählt wird. Es geht also nicht um Anspannen, Loslassen, Anspannen, Loslassen, sondern um aaaaanspannen und loooooslassen. Das Balancieren führt zu einer höheren Bewusstheit im Beckenboden. Das Entspannen ist oftmals schwieriger als das Anspannen. Dadurch bekommt man wirklich „Kontrolle“ über die Muskulatur und deren Potenzial.

Der positive Pol (bei Männern und Frauen) braucht nicht aktiv im Sinn von etwas tun, sondern aktiv im Sinn von Energie befördern oder Energie durch den Penis fließen zu lassen. Männer sind generell auch sehr angespannt in diesem Bereich, was ihrer Macht, ihrer männlich dynamischen Kraft, der Fähigkeit zu fließen, abträglich ist.

Das Aufbauen von Spannung bringt oft eine Art von Taubheit in unser Gewebe und Sex auf eine bewusstere Art könnte zu der Schlussfolgerung führen, dass bewusster Sex fad ist. Aber alles, was erforderlich ist, ist es diese Taubheit da sein zu lassen, sie zu fühlen und sich zu erlauben tiefer zu gehen. Wir haben dieses verzweifelte Bedürfnis zu fühlen, speziell beim Sex und wenn wir nicht fühlen, dann bekommen wir Stress und beginnen damit etwas zu tun, das mit Anspannung und Erregung zu tun hat.

Sehr oft kommt ein tieferes Gefühl durch, wenn wir diese Taubheit akzeptieren. Und manchmal ist diese Taubheit auch Einssein. An bestimmten Punkten der Vagina kann sie auch das Ergebnis von vergangenen Verletzungen sein und wenn man diese lässt, speziell wenn die Penisspitze diese taube oder sogar schmerzhafte Stelle sehr vorsichtig berührt, kommen oft die alten Gefühle wieder hoch und es kann Tränen geben, aber das Gewebe ist befreit und öffnet sich. Auch fühlen wir manchmal gar nicht so viel, wenn wir diese Taubheit nicht unterdrücken.

Und beim Sex ist man manchmal gegenwärtiger und manchmal nicht. Wen kümmert das schon, wir machen Liebe, wir sind im Bett, wir verbringen eine nette Zeit miteinander, wir sind intim. Alles hängt von der Akzeptanz ab, und wenn wir einfach akzeptieren was ist, dann entspannen wir. Wenn wir nicht akzeptieren können, dann spannen wir uns an. Wenn wir Dinge ablehnen („Ich mag das nicht, ich mag jenes nicht“), dann spannen wir uns auch immer mehr an. ‚Okay, das ist was gegenwärtig ist, ich entspanne mich in das was ist, akzeptiere es’ und dann können sich die Dinge verändern. Und bei der Geburt verhält es sich ähnlich. Wenn wir uns an das anhaften, was mir nicht mögen, dann spannen wir uns an und aus der Anspannung kann Schmerz werden. Wenn man beim Unangenehmen bleibt, kann es in Bewegung kommen, sich öffnen und sich verändern.

Frauen, die mit Puja gearbeitet haben, und die Übungen zum Fühlen der Brüste von Innen gemacht haben, berichten, dass dieses beim Stillen wirklich einen Unterschied macht, weil sie sich nicht wie ausgesaugt gefühlt haben, sondern weil die Energie in ihnen selbst zirkuliert und das auch sehr revitalisierend wirken kann. Puja bietet für Frauen und deren Brüste eine 30minütige Mediation an, die sich MaLua nennt und Mutter Mond bedeutet.

Wenn man die Art und Weise Liebe zu machen verändert, dann fühlt sich das mehr wie ein orgasmischer Seinszustand an, als wie ein kurzer Event. Man kann viel länger in dieser Energie bleiben und fühlt sich genährter und besser verbunden.

Es ist uns meistens nicht bewusst, dass die Art und Weise wie wir Sex haben, einen direkten Einfluss auf unser tägliches Leben, unsere Beziehungen, etc. hat. Bei erhöhtem Stress und Anspannung erscheint eine schnelle Entladung vielversprechend und nach weniger Arbeit als sich dem Entspannungsprozess hinzugeben. Die unterschwellige Anspannung ist oft eine Motivation für schnellen, herkömmlichen Sex und der schnellen Entladung. Aber das hat Konsequenzen, wir fühlen uns unverbunden, man kann schnell ins Streiten kommen, deshalb ist es generell empfehlenswert, mehr mit unseren Körpern zu machen. Ein paar kurze tägliche Übungen helfen uns dabei den Grad der Anspannung in unserem Körper niedrig zu halten und wir müssen diesen dann nicht im Sex entladen.

Mehr über die Arbeit von Puja Diana Richardson und ihre Making Love Retreats für Paare ist auf ihrer Webseite www.livinglove.com zu finden. Ein schönes Buch für Frauen ist „Zeit für Zärtlichkeit“, mit viel Inhalt zum Thema Brüste und dem Erwecken der weiblichen Brüste. „Zeit für Liebe“ ist ein Buch für Frauen und Paare, die mehr über tantrischen Sex lernen möchten. „Zeit für Gefühle“ ist ein Buch über Beziehungen und Gefühle. Ein Buch für Männer ist „Zeit für Männlichkeit“. Es gibt auch drei DVDs zu „Making Love“, „Slow Sex“ und eine mit dem Titel „Zeit für Berührung – Time for Touch“ zum Thema Massage. Ein neues Buch für junge Erwachsene mit dem Titel „Cooler Sex“ ist kürzlich erschienen. Es beinhaltet das gleiche Material wie die anderen Bücher, aber ist etwas anders aufbereitet und beinhaltet viele Bilder.

Alle Bücher, DVDs und die MaLua-CD können über die Webseiten www.livingloveshop.com oder www.livingloveshop.de gekauft werden.

 

Ich freue mich, wenn du deine Gedanken zum Interview und den angesprochenen Themen in den Kommentaren teilst! Was löst es in dir aus?

 

Love and Pleasure Kiria

 


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